- Achterschlinge
Bindetechnik für junge Bäume: Das Band läuft in Form einer Acht um Stamm und Pfahl, die Kreuzung liegt dazwischen. So scheuert der Stamm nicht am Pfahl.
- Anzuchtsubstrat
Feines, lockeres und nährstoffarmes Substrat für Aussaat und Jungpflanzen. Kokossubstrat ist von Natur aus nährstoffarm und eignet sich deshalb gut.
- Biologisch abbaubar
Ein Material, das von Mikroorganismen zersetzt werden kann. Kokos, Hanf und Jute sind biologisch abbaubar, wie schnell, hängt von Faser, Bindung und Umgebung ab.
- Cocopeat
Englischer Begriff für Kokosmark, das feine Material zwischen den Kokosfasern. Im Deutschen auch Kokoserde oder Kokossubstrat.
- Drainage
Schicht aus grobem Material wie Blähton oder Kokoschips am Gefäßboden, die überschüssiges Wasser ableitet und Staunässe verhindert.
- Erwerbsgartenbau
Gewerblicher Gartenbau, also Gärtnereien, Baumschulen und Gemüsebaubetriebe. Laut Torfminderungsstrategie soll hier Torf bis 2030 weitgehend ersetzt werden.
- Grammatur
Flächengewicht eines Vlieses oder einer Matte in Gramm pro Quadratmeter. Bei Hanfmatten entsprechen 600 g/m² etwa 5 Millimetern, 1.300 g/m² etwa 10 Millimetern Dicke.
- Grüngutkompost
Kompost aus Grünschnitt. Wichtiger Torfersatzstoff, bringt Nährstoffe mit, hat aber einen höheren pH-Wert und Salzgehalt und wird deshalb anteilig eingesetzt.
- Hanffaser
Faser aus dem Stängel der Hanfpflanze. Weich und saugfähig, wird zu Vliesen, Anzuchtmatten und Einstreu verarbeitet.
- Hobbygartenbau
Gärtnern im privaten Bereich. Laut Torfminderungsstrategie sollen Erden für den Hobbygartenbau bis 2026 torffrei sein.
- Holzfaser
Torfersatzstoff aus mechanisch aufgeschlossenem Restholz. Macht Erden leicht und luftig, kann aber Stickstoff binden.
- HORTICERT
Zertifizierungssystem, das Torfersatzstoffe nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien sowie nach Treibhausgasemissionen bewertet.
- Jute
Faser aus den Stängeln der Jutepflanze, vor allem aus Indien und Bangladesch. Reißfest, wird zu Garnen, Bändern und Geweben verarbeitet.
- Kokoschips
Grob zerkleinerte Stücke der Kokosnusshülle, auch Huskchips genannt. Für Orchideen, als Drainage, Mulch und Terrarien-Bodengrund.
- Kokosfaser
Lange, feste Fasern aus der Hülle der Kokosnuss. Werden zu Seilen, Matten, Töpfen und Mulchscheiben verarbeitet.
- Kokosmark
Feines, schwammiges Material zwischen den Kokosfasern. Speichert viel Wasser und ist Hauptbestandteil von Kokoserde.
- Kokosziegel
Gepresste Kokoserde in Ziegelform, die mit Wasser auf ein Vielfaches ihres Volumens aufquillt. Ein ProFlora-Ziegel mit rund 650 Gramm ergibt laut Shopangaben etwa 8 Liter.
- Luftkapazität
Anteil luftgefüllter Poren in einem Substrat nach dem Gießen. Hohe Luftkapazität fördert die Durchwurzelung. Kokosfasern haben eine höhere Luftkapazität als Torf.
- Microgreens
Junge Gemüse- und Kräuterpflanzen, die nach den Keimblättern mit den ersten Blättern geerntet werden. Im Unterschied zu Sprossen wachsen sie im Licht auf Erde oder Matten.
- Mulchscheibe
Runde Abdeckung aus Kokosfaser für den Wurzelbereich einzelner Pflanzen. Hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und schützt im Winter vor Frost.
- Naturkautschuk
Natürlicher Rohstoff aus dem Milchsaft des Kautschukbaums. Bindet Kokosfasern in Matten, Mulchscheiben und Rückwänden und macht sie formstabil.
- Quelltablette
Gepresste Kokoserde in Tablettenform, die mit Wasser zu einem Anzuchtballen aufquillt. Die Jungpflanze wird mit Ballen umgesetzt.
- Rindenhumus
Torfersatzstoff aus fermentierter Baumrinde. Puffert Nährstoffe und gibt Struktur.
- Seemandelbaumblätter
Getrocknete Blätter des Katappenbaums, die in der Aquaristik genutzt werden. Sie geben Gerbstoffe ab und färben das Wasser leicht bräunlich.
- Staunässe
Wasser, das sich im Wurzelraum staut, weil es nicht abfließen kann. Führt zu Sauerstoffmangel, Wurzelfäule und begünstigt Schimmel und Trauermücken.
- Stickstoff-Immobilisierung
Bindung von Stickstoff durch Mikroorganismen beim Abbau von Holzfasern. Der Stickstoff fehlt dann den Pflanzen.
- Torf
Organisches Material aus nicht vollständig zersetzten Pflanzenresten, das sich über Jahrtausende in Mooren bildet. Für den Abbau werden Moore entwässert.
- Torffrei
Eine Erde ohne jeden Anteil Torf. Die einzige eindeutige Angabe auf dem Erdsack.
- Torfminderungsstrategie
Strategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums von 2022: Hobbygartenbau bis 2026 torffrei, Erwerbsgartenbau bis 2030 weitgehend ohne Torf. Setzt auf Freiwilligkeit.
- Torfreduziert
Erde mit verringertem, aber weiterhin vorhandenem Torfanteil, laut Umweltbundesamt oft bis zu 70 Prozent.
- Trauermücken
Kleine dunkle Mücken, deren Larven in feuchter, organischer Erde leben. Abtrocknen lassen der Oberfläche ist die wichtigste Gegenmaßnahme.
- Wiederbenetzbarkeit
Fähigkeit eines Substrats, nach dem Austrocknen wieder Wasser aufzunehmen. Kokos ist hier deutlich besser als Torf.
Glossar Naturfaser und Substrate
Die wichtigsten Begriffe rund um Kokoserde, Torfersatz, Anzucht und Naturfasern, kurz und verständlich erklärt. Ausführlicher wird es im Ratgeber.