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Ratgeber · Naturfasern verstehen · Stand 05.10.2026

Wie wird Kokoserde hergestellt? Von der Nussschale zum Ziegel

Kokoserde entsteht aus der faserigen Hülle der Kokosnuss. Die Hülle wird von der Nuss getrennt, in lange Fasern und feines Mark zerlegt, gewaschen, getrocknet, gesiebt und als lose Ware abgepackt oder zu Ziegeln, Blöcken und Quelltabletten gepresst. Für das Material werden keine Palmen gefällt, es ist ein Nebenprodukt der Kokosnussernte.

Von der Redaktion der ProFlora GmbH, Duisburg

Kokosfaser-Blöcke, Anwendung 3

Der Rohstoff: die Hülle der Kokosnuss

Um die eigentliche Kokosnuss liegt eine dicke, faserige Hülle, das Mesokarp. Wenn Kokosnüsse für Lebensmittel, Öl oder Kokosmilch verarbeitet werden, bleibt diese Hülle übrig. Laut ProFlora-Shop trägt die Kokospalme dreimal im Jahr Nüsse, gefällt wird für die Herstellung keine Palme. Die wichtigsten Anbauländer für Kokosfaser liegen in Süd- und Südostasien, ProFlora arbeitet seit vielen Jahren mit Partnern in Sri Lanka und Indien zusammen.

Fasern und Mark trennen

Die Hüllen werden mechanisch zerkleinert. Dabei entstehen lange, feste Fasern, aus denen Seile, Matten, Bürsten und Netze werden, und das feine, schwammige Material dazwischen, das Kokosmark oder Cocopeat. Laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist dieses Mark ein Reststoff ohne etablierte andere Nutzung. Grob zerkleinerte Hüllenstücke werden als Kokoschips verwendet.

Waschen, lagern, trocknen

Kokosmaterial aus Küstenregionen kann von Natur aus Salze enthalten. Für den Einsatz als Pflanzsubstrat wird es deshalb mit Frischwasser gewaschen. Die FNR nennt den hohen Frischwasserbedarf bei der Aufbereitung als einen der Nachteile von Kokos. Danach wird das Material gelagert, gesiebt und in der Sonne oder technisch getrocknet. Je nach Produkt werden feine und grobe Anteile getrennt oder gemischt. Die lose ProFlora-Kokoserde wird laut Herstellerangabe über ein Kompostierungsverfahren gewonnen.

Pressen zu Ziegeln, Blöcken und Tabletten

Getrocknetes Kokosmaterial lässt sich stark verdichten. Unter hohem Druck entstehen Ziegel, Blöcke und Quelltabletten. Mit Wasser quellen sie wieder auf ein Vielfaches ihres Volumens auf, beim ProFlora-Standard-Ziegel laut Herstellerangabe auf das 8- bis 10-fache. Für den Transport um die halbe Welt ist das ein großer Vorteil: Ein Container mit gepresster Ware enthält ein Vielfaches des Erdvolumens loser Ware.

Transport und Klimabilanz

Kokos kommt per Schiff nach Europa. Zur ehrlichen Bilanz gehören diese Transportwege und der Wasserverbrauch bei der Aufbereitung. Dem steht gegenüber, dass Kokos ein Nebenprodukt ist, für das keine Fläche angebaut und kein Moor entwässert wird. Torfabbau dagegen setzt in Mooren gespeicherten Kohlenstoff frei. Die FNR rät außerdem, Kokos nur aus Quellen zu beziehen, die soziale und ökologische Standards einhalten.

Qualitätsmerkmale für Einkäufer

Für den gewerblichen Einkauf zählen gleichbleibende Körnung, ein niedriger Salzgehalt, Freiheit von Unkrautsamen und Fremdstoffen, gleichmäßige Pressung und zuverlässige Quellwerte je Ziegel. Ein fester Lieferant mit langjährigen Partnern im Ursprungsland sorgt dafür, dass diese Werte von Lieferung zu Lieferung stimmen.

Kokoserde, Kokosfaser, Kokoschips: Was wofür?

Feine Kokoserde aus Kokosmark und kurzen Fasern ist das Substrat für Anzucht, Töpfe, Kübel und als Mischkomponente. Lange Kokosfasern werden zu Seilen, Matten, Mulchscheiben, Rückwänden und Töpfen verarbeitet. Grobe Kokoschips dienen als Orchideensubstrat, Drainage, Mulch und Terrarien-Bodengrund. Aus einem Rohstoff entsteht so ein ganzes Sortiment, und genau deshalb hat ProFlora Substrate, Anzucht, Matten, Bindungen und Tierbedarf im Programm.

So arbeitet ProFlora

Die Idee zu ProFlora entstand 1994 auf einer Reise von Geschäftsführer Christian Belger nach Sri Lanka, wo er sah, wie viel Kokosfaser bei der Verarbeitung übrig bleibt. Seit 1999 liefert die ProFlora GmbH aus Duisburg Naturfaser-Produkte an Handel und Gartenbau in Deutschland und Österreich, mit festen Partnern in Sri Lanka und Indien.

Für Einkäufer: ProFlora liefert ein torffreies Naturfaser-Sortiment aus sechs Bereichen an Gartencenter, Baumärkte, Zoofachhandel, Gärtnereien und Eigenmarken. Wir beraten bei der Auswahl, schicken Muster und klären die Logistik.

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Quellen

Gut zu wissen

Häufige Fragen zum Thema

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Woraus wird Kokoserde gemacht?

Aus der faserigen Hülle der Kokosnuss, vor allem aus dem feinen Kokosmark und kurzen Fasern.

Werden für Kokoserde Palmen gefällt?

Nein. Kokoserde ist ein Nebenprodukt der Kokosnussernte. Die Palme trägt laut ProFlora-Shop dreimal im Jahr Nüsse.

Warum wird Kokos gewaschen?

Kokosmaterial kann von Natur aus Salze enthalten. Für den Einsatz als Pflanzsubstrat wird es mit Frischwasser gewaschen.

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